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Einheit? Es gibt viel zu tun!

Lieber Leserinnen und Leser, Deutschland ist wiedervereinigt, zumindest politisch. Das ist gut. In wi
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Leipzig Update
Lieber Leserinnen und Leser,
Deutschland ist wiedervereinigt, zumindest politisch. Das ist gut. In wirtschaftlichen Fragen, machen wir uns nix vor, hapert es aber gewaltig. Und gesellschaftlich? Da haben sich viele an den Gedanken gewöhnt, dass vielleicht gar nicht alles gleichgemacht werden muss.
Denn warum soll der Sachse auch plötzlich hochdeutsch sprechen? Und der Westfale Jägerschnitzel essen? Jeder Region ihre Eigenheiten, auch dem Osten!
Wobei: Das mit dem Jägerschnitzel essenden Westfalen ist ja schon eine närrische Vorstellung… Immerhin rollte die Wiedervereinigung, so haben es jedenfalls meine Eltern am Abendbrottisch erzählt, wie eine Dampfwalze von West nach Ost, aber nie umgekehrt. Der Westen wurde dem Osten übergestülpt, mehr Beitritt als Vereinigung. Für gute ostdeutsche Ideen - Polikliniken, ganztägige Kinderbetreuung oder weibliche Selbstbestimmung, also das Recht auf Abtreibung – interessierte man sich in Bonn eher weniger. Oder erst viel später.
Bitte korrigieren Sie mich, liebe Zeitzeugen. Aber das finde ich, als ein 1991 Geborener, eine unverschämte Vorstellung.
Natürlich werde auch ich diesen 30. Jahrestag noch gebührend feiern, gleich nach Feierabend, die Pulle Rotkäppchen steht schon kalt. Trotzdem bewegen mich an vielen anderen Tagen des Jahres eher zwei Fragen: Wie vereinigt sind wir wirklich? Und was muss passieren, damit es besser wird?
Eine Zahl beschäftigt mich dabei immer wieder: Nur sechs Prozent aller DDR-Unternehmen gingen in der Zeit nach dem 3. Oktober 1990 an die Ostdeutschen. Sechs! So verursachte man ein Ungleichgewicht, das bis heute zu spüren ist. Es gibt viel zu tun.
Natürlich wird die LVZ dieses Tun für Sie dokumentieren. So wie heute, am 30. Tag der deutsch-deutschen Einheit, mit einer Reihe von Texten. Da zeigen wir an zehn Statistiken, welchen enormen Wandel Leipzig seit der Wiedervereinigung genommen hat, unser Datenstück dazu finden Sie hier.
Wir fragen außerdem (apropos Dampfwalze) warum Lehrkräfte zu DDR-Zeiten besser ausgebildet waren, als heute. Könnte die BRD von heute da etwa was vom damaligen Osten lernen? Zur Antwort hier entlang.
In unserem großen Einheitsquiz fragen wir unter anderem: Was trug David Hasselhoff 1989 am Brandenburger Tor? Wissen Sie es?
Wir erzählen außerdem die Geschichte von Christian Otto aus Ziegra, der dort 35 Jahre lang Lehrer war – eine Hälfte in der DDR, eine Hälfte im vereinigten Deutschland. Wie steht er zur Einheit? Das Porträt finden Sie hier.
Wir berichten aktuell aus dem sächsischen Landtag, wo die Rede des umstrittenen DDR-Bürgerrechtlers Arnold Vaatz schon im Vorfeld zu Knatsch in der Regierung führte. Und auch die Rede selbst kam nicht ohne einen Eklat aus – alles dazu finden Sie hier.
Bei aller Skepsis, allem Zweifel ist es natürlich trotzdem so: die allgemeine Zufriedenheit im Osten hat sich seit der Wiedervereinigung deutlich erhöht, vor allem mit Blick auf das Einkommen. Ganz der Zukunft zugewandt stellen wir daher hier eine Langzeitstudie vor, die genau das belegen soll.
Zum Schluss noch was Buntes: Ansichten von Orten vor – und nach der Wiedereinigung. Das zeigen die Fotos des Grenzfotografen Jürgen Ritter. Wir haben sie, von Oebisfelde bis Lübbow, auf LVZ.de als Bildergalerie.
Feiern Sie schön! Und bleiben Sie mutig.
Ihr Josa Mania-Schlegel, Reporter der Chefredaktion

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