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Schützt die Stadt Radfahrer genug? Und was macht ein Waschbär in einem Baum auf der Karli?

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ich beginne diesen Newsletter ausnahmsweise mit einer lockeren Nachricht, die ein nicht ganz so lockeres Ende hat. Auf der Karl-Liebknecht-Straße hängt seit heute früh ein Waschbär in einem Baum. Manch einer schmunzelte über das niedliche Tier in der Baumkrone, wieder andere wollten es retten und die Feuerwehr rufen - oder es gar selbst vom Baum holen. Das ist allerdings keine gute Idee. Zum einen, weil Waschbären sich heftig wehren, wenn sie sich angegriffen fühlen. Zum anderen, weil man Waschbären nicht fangen darf. Achtung, hier kommt der Teil, der nicht mehr ganz so locker ist: Wenn man es nämlich doch tut, dann darf man das gefangene Tier nicht etwa irgendwo aussetzen, sondern muss es töten lassen. So will es das Gesetz.
Seit kurzem ist ein Abschnitt des Leipziger Innenstadtrings um eine Fahrradspur reicher. Am Dittrichring, also dem westlichen Abschnitt, hat die Stadt in den vergangenen Tagen einen Schutzstreifen für Radfahrende errichtet, einen mit einem weißen Streifen abgetrennten Radweg. Bis dato durfte man am Dittrichring nur auf dem Gehweg fahren, keinesfalls auf der Straße. Jetzt also auf einer eigenen Fahrradspur - während neben einem Autos mit Tempo 50 entlang brettern. Ist das jetzt sicherer? Wir haben die Radfahrer gefragt. Und unser Kommentator Klaus Stäubert meint: Radfahren auf dem Leipziger Ring ist ein Spiel mit dem Feuer.
Hinter dem umstrittenen Radweg steht eigentlich eine größere Frage als die, wo und wie man nun am Dittrichring entlangfahren kann. Es ist die Frage, ob Fahrradfahrer in Leipzig grundsätzlich gut genug geschützt sind.
Vom Radfahren zum Fußball: Heute früh wurde beschlossen, was sich gestern schon als ziemlich beschlossen andeutete: RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann wechselt zum FC Bayern. Für 30 Millionen Euro. Klingt viel. Jochen Breyer, Kolumnist beim Redaktionsnetzwerk Deutschland, sieht das anders. Er findet: 30 Millionen Ablöse für Nagelsmann sind zu wenig. Und was sagen die RB Fans? Die sind vor allem wütend - und enttäuscht.
Sachsens Landesregierung hat sich derweil heute auf eine neue Corona-Schutzverordnung geeinigt, die voraussichtlich bis 30. Mai gelten soll. Die Regeln müssen noch im Detail abgestimmt werden (und Sie erfahren davon bei Zeiten hier im Newsletter). Jetzt denken Sie sicher: “Aber Moment, es gilt doch die Bundesnotbremse?”. Ist auch so, die gilt - für alle Kreise und Städte mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100. Für alles darunter gibt es demnächst wieder eine neue Verordnung. Den Liveticker zur Ansprache von Sozialministerin Petra Köpping können Sie hier noch mal nachlesen
Ein Punkt in der neuen Verordnung wird sich um Lockerungen für Geimpfte drehen. Umso wichtiger ist es der Landesregierung, dass möglichst schnell möglichst viele weitere Menschen im Freistaat geimpft werden. Eine zentrale Rolle dabei spielen laut Köpping die Hausärzte - und die machen noch nicht so richtig, wie sie sollen. Nur etwa zwei Drittel der niedergelassenen Allgemeinmediziner impfen bislang mit - Köpping bat heute noch einmal alle Ärzte, die noch nicht mitimpfen, sich anzumelden. Sachsens Kassenarztchef wiederum verteidigte seine Kolleginnen und Kollegen in den Hausarztpraxen. Der Grund für das langsam Impfen sei immer noch der Mangel an Impfstoff, sagt er - kann aber auch nicht ganz verneinen, dass es auch unter Sachsens Medizinern einige Impfgegner gibt.
Jeden Tag sterben derweil in Sachsens Krankenhäusern Menschen an ihrer Covid-19-Erkrankung. Worüber dagegen sehr viel weniger gesprochen wird, sind die Menschen, die die Krankheit überstehen - aber nicht ihre Folgen. Menschen wie Liane. Sie kämpfte sechs Wochen gegen das Virus, Anfang März, kurz nach ihrem Geburtstag, galt sie als genesen. Einen Monat später starb sie. Das Virus war zwar besiegt, hatte ihren Körper aber zu schwer geschädigt. Liane war die Mutter unseres Kollegen Matthias Puppe. Seinen sehr persönlichen Bericht möchte ich Ihnen heute Abend noch ans Herz legen.
Herzliche Grüße
Ihre Julia Grass, Leiterin Audience & Content Development

Trotz Feuerwehreinsatz: Junger Waschbär auf Baum auf der Karli gefangen
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